Stadtratswahlen in Gladbeck
Am 30. August fanden in NRW die Kommunalwahlen
statt, wir wollen an dieser Stelle versuchen die Ergebnisse in Gladbeck zu
bewerten, wobei wir festhalten wollen dass wir außerparlamentarisch aktiv sind,
und keine Partei unterstützt haben. Mit unserer Antikommunismus-Kampagne haben
wir versucht außerhalb des Parteiensystems Akzente im Wahlkampf zu setzen.
Die letzte Stadtratswahl in Gladbeck im Jahre 2004 brachten kaum Überraschungen, bis auf die 4,5 % für die kommunistische DKP. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass es sich bei Gladbeck und Bottrop jeher um die einzigen Hochburgen dieser Partei in unserem Einzugsgebiet handelt.
Umso erfreulicher ist es, dass die DKP von 4,5 % auf 1,8 % abrutschte und daher nur noch mit einem Sitz im Rat vertreten ist. In Bottrop erhielt die DKP 5,6 %, anstatt 6,5 %. Leider muss man hier allerdings beachten, dass die verlorenen Prozente der Linken zugute gekommen seien werden. Diese erhielt 6,5 % und drei Sitze aus dem Stand, wobei sie bereits in den letzten Jahren über einen Stadtratssitz verfügte, dadurch dass Herr Kruse von der BIG zur Linken wechselte.
Merkwürdig ist allerdings, dass die SPD in Gladbeck 5,5 % dazu gewinnen konnte, trotz DKP, der Linken, Hartz 4-Partei und GBL. Jene Parteien eroberten die Prozente von der CDU, welche genau 10 % verlor. FDP und Grüne blieben konstant bei ca. 4 % und 6 %, die BIG verschlechterte sich auf 4,7 %.
Erschreckend in diesem Zusammenhang ist auch die relativ hohe Wahlbeteiligung von 52 %. Zwar bedeutet dies auch, dass 48 % ihren Glauben an dieses System verloren haben, doch im Vergleich zu anderen Kreisstädten steht Gladbeck relativ gut da.
Interessant wird in Zukunft die Zusammenarbeit im Rat, da mit neun verschiedenen Parteien eine schnelle und direkte Ratsarbeit nicht möglich sein wird. Der Parlamentarismus stößt hier an die Grenzen seiner Umsetzungsfähigkeit.
Noch zu erwähnen ist die GBL, die mit einem Sitz in den Rat einzog. Bei dieser Partei handelt es sich um eine Migrantenorganisation. In Gelsenkirchen und Köln traten ähnliche Zusammenschlüsse an. In Gelsenkirchen erreichte die Partei 3,3 %.
Ob unser Handeln, nicht zu Wahlen zu kandidieren aufgrund unserer außerparlamentarischen Ausrichtung, richtig war, bleibt abzuwarten. Bei einem in Desinteresse gehüllten Volk, haben parteilose Standpunkte wenig Aufmerksamkeit. Es ist schwer den Bürgern politische Theorie ohne Schlagwort-Plakate näher zu bringen. Nach den Bundestagswahlen werden wir eine Einschätzung zur Antikommunismus-Kampagne abgeben.