Gladbeck: Besuch eines Vortrages über Frauen in der rechtsextremen Bewegung

Unter dem Motto ,,Wagemut“ findet vom 09.11. bis zum 15.11.2009 eine Besinnungswoche des Gladbecker Jugendrates statt. Zur Eröffnung sollte es einen gut recherchierten Vortrag der Autorin Dr. Renate Bitzan geben. Das Thema ,,Von Mitläuferinnen und Macherinnen - Frauen in der rechtsextremen Szene“ bewegte natürlich besonders junge Nationalistinnen die Veranstaltung zu besuchen, sodass sich gegen 19.00 Uhr Ortszeit rund 15 nationale Aktivisten in der Gladbecker Innenstadt trafen, darunter rund sieben Frauen. Diese nahmen sofort im Lesecafe der Stadtbücherei Platz, während die männlichen Aktivisten rund 300 Flugblätter an umliegende Wohnhäuser und Presseagenturen verteilten, die sich thematisch mit der nationalen Demonstration am 28.11. in Recklinghausen auseinandersetzten.

 

Als die Veranstaltung im Lesecafe begann hatten sich nunmehr insgesamt 12 Nationalisten versammelt, während draußen immer noch weitere Aktivisten Flugblätter verteilten, sowie 8 weitere Bürger. Darunter zwei Jugendliche, was erschreckend ist wenn man bedenkt dass der Veranstalter der Gladbecker Jugendrat gewesen sein soll.

 

Der Vortrag begann pünktlich gegen 19.30 Uhr mit der Vorstellung verschiedener nationaler Frauengruppen, darunter u.a. dem Ring nationaler Frauen. Anschließend wurden Bilder von Aktivistinnen, versehen mit dem Namen, eingeblendet. Hierbei wurden auch Personen erwähnt, welche nicht im Lichte der Öffentlichkeit stehen und eine Veröffentlichung des Namens somit einen Straftatbestand im Sinne des Persönlichkeitsrechts darstellt. Hier behalten sich einige Besucher weitere rechtliche Schritte vor.

 

Weiter ging es, immer kontinuierlich von der ,,Power-Point-Vorschau“ abgelesen, mit dem nationalen Projekt ,,Free Gender“. Hier traf man auf verschiedene Forderungen bezüglich des Kindesmissbrauchs, wo drauf hin es zu einer kleinen Diskussion kam. So wurde z.B. angefragt wie die Anwesenden/ die Vortragende zu der Tatsache stehen würde, dass verurteilte Sexualstraftäter in einem Gelsenkirchener Kindergarten resozialisiert werden würden. Die anwesende Lehrerin des Heisenberg Gymnasiums Frau Brigitte Seeberg-Dufour (wir halten fest dass es gerade dieses Gymnasium ist welches junge Menschen eine gewisse Indoktrination verabreicht, da auch sie mit zwei jungen Schülern vorbeikam) hielt diese Tatsache für wenig spektakulär, und auch die Vortragende sah in dieser Argumentationsweise eher den Versuch Aufmerksamkeit zu erlangen, und warf den ,,Rechten“ Populismus vor. Weiter wolle sie nicht mit ,,Rechten“ diskutieren, lediglich über sie. Auch weitere Fragen zu ihren mehr als schwammigen, dazu noch abgelesenen, Informationen lehnte die Frau kategorisch ab. Mittlerweile merkten auch die anwesenden Bürger, dass weit mehr als die Hälfte aller Anwesenden aus Nationalisten bestand, zudem standen weitere vor dem Lesesaal. Dies dürfte Grund genug gewesen sein die im Vorfeld angekündigte Diskussion abzusagen bzw. abzubrechen.

 

Bevor man den Saal verlies wurden erneut Flugblätter verteilt und ausgelegt, die sich ebenfalls auf die bevorstehende Demonstration bezogen, sowie auf die Durchsetzung einer Volksgemeinschaft auf nationaler und sozialer Grundlage.

 

Resume: 20 Besucher, 12 Nationalisten, eine überforderte Referentin – das war wohl nix!

 

P.S.: Wir sind uns dem schicksalsträchtigen 09. November natürlich bewusst. Unsere Gedanken waren während der Veranstaltung natürlich immer bei den Opfern von Verfolgung, Hass und Unterdrückung. Den gefallenen deutschen Freikorpskämpfern, die sich aufopferten um eine kommunistische Räterepublik 1918 zu verhindern, sowie den 16 tapferen Blutzeugen die beim Marsch auf die Feldherrenhalle für ein besseres Deutschland gefallen sind.