Gelsenkirchen-Buer: Verteilaktion bzg. Kindesmissbrauch – Täter in Untersuchungshaft

Am heutigen Samstag, dem 09. Mai, versammelten sich rund 30 Nationale Sozialisten im Ortsteil Buer der Ruhrgebietsstadt Gelsenkirchen. Gründe hierfür gab es genug, zum einen handelt es sich bei diesem Stadtteil um eine als ,,rote Hochburg“ verschriene Zone, zum anderen wurden erst Donnerstag sechs Aktivisten bei einer Verteilaktion im Ortsteil Schalke festgenommen. Thematisch widmete man sich allerdings einem aktuellen Kinderschänder-Skandal, der bei allen Anwohnern Besorgnis ausgelöst hat.

Dabei handelt es sich um den 59-jährigen Bueraner/Erler-Ladenbesitzer Heinz-Georg G. und seinen gleichaltrigen Komplizen Horst P. aus Bottrop. Erstgenannter betrieb bis zuletzt ein Ladengeschäft unter dem Namen ,,Elaine“ auf der Crangerstraße 263 in Gelsenkirchen-Erle. Bis zum Abriss der Filialen am Bueraner St. Urbanuskirchplatz betrieb Heinz-Georg G. auch dort ein Geschäft auf Hausnummer 7 mit dem Namen ,,Estelle“.

Bereits im Jahre 2001 musste sich dieser vor Gericht verantworten. Vorwurf: Das Zeigen von Sexspielzeugen gegenüber Minderjährigen. Seitdem kam es immer wieder zu Anzeigen gegen den Ladenbetreiber aufgrund von sexuellen Belästigungen und Übergriffen im Ladengeschäft. In der Nachbarschaft war der Mann bekannt für seine skurrile Geschäftsführung. ,,For Girls only“ und ,,junge Mode für Girls“ prangte es an den Schaufenstern, die vollgestopft waren mit allerhand Partykleidung.

Was im Inneren geschah war allseits bekannt. Dies liegt zumindest nahe, wenn man sich die Diskussionen in der Innenstadt anschaut. Alle wollen davon gewusst haben, auf die Frage weshalb keiner was unternahm verstummten die Stimmen. Das Mädchen die Schule schwänzten um das Geschäft aufzusuchen, dass sie nach belieben stundenlang Kleidung anprobieren konnten (vorzugsweise Unterwäsche und erotische Dessous) und dass der Besitzer engeren Kontakt zu den meist minderjährigen hielt – all das erfuhren wir heute von Bürgern. Wieso niemand vorzeitig, am Besten vor 8 Jahren schon, zur Polizei ging blieb unbeantwortet. Doch auch die Polizei hatte genügend Beweise: Vorstrafen, das Geschäftsmotto, die unendgeldliche Abgabe von Kleidung an Minderjährige. Schon lange hätte die Täter gestoppt werden müssen, aber im Liberalismus ist sich jeder selbst der Nächste. Wo ist die Gemeinschaft – Wo ist der Schutz für das schwächste aber wichtigste Glied unserer Kette – Unsere Kinder?

Selbst heute, nachdem einige wenige Zeitungen darüber berichteten, bleibt die Politik tatenlos. Keine Warnungen, keine Entschuldigungen, kein Beileid – das kann nicht sein!

Von blanker Entsetzung und Abneigung angetrieben, versammelten sich gegen 11 Uhr Ortszeit ca. 30 Nationale Sozialisten am Bueraner Busbahnhof. Wo andere schweigen, ihre Scheuklappen schließen und die Politik ihre Volksfürsorge wie immer nicht wahrnimmt, sind wir da. Die Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. Denjenigen brauchen wir in der Demokratie erst gar nicht suchen.

Wir jedoch verteilten in 1 ½ Stunden rund 3.000 Flugblätter, wovon sich die Hälfe direkt den Geschehnissen in Buer widmete, ein weiteres behandelte den generellen Kindesmissbrauch. Fast alle Geschäfte in der Einkaufsstraße erklärten sich bereit die Flugzettel, welche auf www.widerstadnd.info und www.ag-ruhr-mitte.info verwiesen, an ihre Kassen zu legen, um interessierten Kunden die Möglichkeit zur Weiterverbreitung zu ermöglichen. Einige Läden klebten die Zettel umgehend in ihre Schaufenster. Insgesamt dürften die Flugblätter in rund 30 Läden ausliegen.

Während 25 Aktivisten kontinuierlich den Kontakt zu den Bürgern suchten, begaben sich fünf Aktivisten in die Seitenstraßen rund herum um die St. Urbanuskirche, um dieses Gebiet von antifaschistischen Aufklebern und Plakaten zu entfernen. Wenige Meter von der Kirche entfernt liegt z.B. das ,,Lokal ohne Namen L.O.N.“ auf der Hagenstraße 56, dabei handelt es sich um ein antifaschistisch ausgerichtetes Cafe. Gegenüber von diesem befindet sich das Michaelshaus auf der Hochstraße 47. Dieses Gemeindehaus gehört der Propsteikirche St. Urbanus und dient im Inneren als Veranstaltungsort. Vor diesem Haus allerdings befinden sich Sitzbänke und ein durch Bäume versperrter Bereich, dieser dient seit Jahren als Haupttreffpunkt der jugendlichen Antifa-Strukturen im Umfeld von Buer. Hier kam es in der Vergangenheit zu teilweise schweren Auseinandersetzungen mit nationalgesinnten Jugendlichen. 2007 endete ein Angriff von rund 15-20 Antifaschisten auf 3 Nationalisten für ca. 10 Antifaschisten im örtlichen Marienhospital. Etwas außerhalb gelegen befindet sich am in Nähe des Krankenhauses Bergmannsheil im Waldgebiet vom Schloss Berge das Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege, auch hier treffen sich im Sommer bis zu 50 Antifaschisten und Punks.

Der heutige Tag, angefangen von der Teilnehmerzahl über den Ablauf bis hin zur Erreichung aller von uns gesteckten Ziele, kann als voller Erfolg gewertet werden.

 

Presseberichte:
bild-Zeitung 08.05.2009

WAZ 30.04.2009